SIMAMOOR
in Tirol

Name des Moors:
Simamoor

Allgemeines:
BL: Tirol, Bezirk: Kitzbühel, Gemeinde: Waidring, Naturraum: Kitzbühler Alpen,
Flächengröße: 7 ha, Höhenlage: 747 müA., Grundbesitzer: Privatbesitz

Moortyp (Hauptmoortypen):
In Teilbereichen abgetorftes Hoch- und Übergangsmoor das an den Rändern noch ein hochwertiges Kalk-Niedermoor aufweist.

FFH-Lebensraumtypen:

  1. LRT 7110*, Lebende Hochmoore
  2. LRT 7120, Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore
  3. LRT 7140, Übergangs- und Schwingrasenmoore
  4. LRT 7150, Torfmoor-Schlenken
  5. LRT 7230, Kalkreiche Niedermoore

Besonderheiten des Moors

Westlich von Strub erstreckt sich ein ausgedehnter Moorkomplex, das sogenannte Simamoor. Es liegt auf der südlichen, orographisch rechten Seite des Talbodens und reicht bis an das Ufer des Grabenbaches. Beim Simamoor handelt es sich um ein in Teilbereichen abgetorftes Hoch- und Übergangsmoor, dessen Randzonen noch wertvolle Kalk-Niedermoore umfassen. Diese Flächen sind teilweise in Nutzung und werden in einem gewissen Ausmaß schonend bewirtschaftet.

In den 1950er-Jahren wurde zudem versucht, das Gebiet durch Pflugaufforstung zu entwässern und einer forstwirtschaftlichen Nutzung zuzuführen. Die daraus entstandenen Geländestrukturen sind in der Landschaft noch deutlich erkennbar. Auch Reste der damaligen Gehölzbestände sind stellenweise erhalten geblieben.

Die an das Moor angrenzenden, kalkreichen Niedermoorbereiche werden bereits von engagierten Landwirten bewirtschaftet, die sich durch eine hohe Offenheit gegenüber Naturschutzanliegen und alternativen Bewirtschaftungsformen auszeichnen.

Simamoor© Lassacher

Beeinträchtigungen und Probleme

  1. Torfabbau:
    Durch den stellenweise erfolgten Torfabbau entstanden erhebliche Geländedifferenzen, die eine Revitalisierung des Moorkörpers deutlich erschweren.
  2. Pflugaufforstung:
    In den 1970er-Jahren wurde das Gebiet im Rahmen von Pflugaufforstungen zusätzlich entwässert und mit Gehölzen bestockt.
  3. Entwässerung:
    Mehrere Hauptgräben führen das Wasser – einschließlich des Abflusses aus den Pflugaufforstungsgräben – in nördlicher Richtung zum Seisenbach ab.

Ziele

Ziel ist die Wiederherstellung eines ökologisch funktionsfähigen zentralen Hochmoors durch die Stabilisierung des Wasserhaushalts und die Förderung torfbildender Vegetation. Zudem sollen die Fichtenbestände aus der Zeit der Pflugaufforstung entfernt und die verbliebenen Pflugstrukturen landschaftlich ausgeglichen werden.

Ein weiteres Ziel besteht darin, die bestehenden Entwässerungsgräben (Randgräben) in Abstimmung mit den Erfahrungen aus der bereits teilweise laufenden Bewirtschaftung mit regulierbaren Stauwehren auszustatten. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Bewirtschaftung der angrenzenden, kalkreichen Niedermoorflächen fortgeführt werden kann und durch die Revitalisierungsmaßnahmen im Kernbereich nicht beeinträchtigt wird.

Simamoor© Lassacher

Maßnahmen

Ab dem Jahr 2026 sollen Maßnahmen zur Wiedervernässung umgesetzt werden, um den moortypischen Wasserhaushalt des Hochmoores (Latschenhochmoor) wiederherzustellen. Die vorhandenen historischen Torfstichstrukturen und die daraus resultierenden Geländeunterschiede erschweren es jedoch, einen gleichmäßigen Wasserstand knapp unterhalb der Oberfläche zu erzielen.

Um den Wasserstand flächig anzuheben, ohne bereits wertvolle Moorlebensräume zu überstauen, ist eine sorgfältige Planung erforderlich. Dabei müssen insbesondere die bestehenden Pflugaufforstungsstrukturen, Entwässerungsgräben sowie die angrenzenden Bewirtschaftungsflächen berücksichtigt werden. Eine Detailplanung kann erst nach Abschluss der laufenden Grundlagenerhebungen erfolgen.

Die Gesamtkosten der Maßnahmen werden auf rund 200.000 € geschätzt. Sämtliche Arbeiten sollen so geplant und ausgeführt werden, dass der Moorkörper und seine Randbereiche – soweit möglich – nur einmal mit Maschinen und Geräten befahren werden müssen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass bestehende Lebensräume sowie die dort vorkommenden Pflanzen- und Tierarten nur im unbedingt notwendigen Ausmaß beeinträchtigt werden.

Simamoor© Lassacher

Special features of the moor

To the west of Strub lies a mire known as the Simamoor. It is situated on the southern, orographic right-hand side of the valley and extends as far as the banks of the Grabenbach. The Simamoor is an active raised bog and transitional mire, parts of which have been peat-extracted still capable of natural regeneration. Its peripheral areas still comprise valuable alkaline fens. These areas are partly in use and are already being managed in a sustainable manner to a certain extent.

In the 1950s, attempts were also made to drain the area through ploughing and afforestation and to put it to forestry use. The resulting terrain features are still clearly visible in the landscape. Remnants of the woodland stands from that time have also been preserved in places.

The alkaline fens bordering the bog are already being managed by committed farmers who are characterised by a high degree of openness towards nature conservation concerns and alternative forms of management.

Simamoor© Lassacher

Threats and pressures

  1. Peat extraction, which took place in some areas oft he Simamoor, has resulted in significant variations in ground level, making it considerably more difficult to restore the bog.
  2. Plough-and-plant afforestation:
    In the 1970s, as part of a plough-and-plant afforestation scheme, the area was further drained and planted with trees and shrubs.
  3. Drainage:
    Several main ditches carry the water – including the runoff from the afforestation ditches – northwards to the Seisenbach.

Objectives

The aim is to restore an ecologically functional active raised bog by stabilising the water balance and promoting peat-forming vegetation in the centre oft he Simamoor. In addition, the spruce stands dating from the period of post-ploughing afforestation are to be removed and the remaining plough marks are to be integrated into the landscape.

A further objective is to equip the existing drainage ditches (perimeter ditches) with adjustable weirs, drawing on experience from the management measures already partially underway. This is intended to ensure that the management of the adjacent, alkaline fens can continue and is not impaired by the revitalisation measures in the core area.

Conservation Management

From 2026 onwards, rewetting measures are to be implemented to restore the water balance typical of active raised bogs (mountain pine bogs). However, the existing historical peat extraction structures and the resulting variations in terrain make it difficult to achieve a uniform water level just below the surface.

Careful planning is required to raise the water level across the site without flooding valuable existing bog habitats. In particular, the existing plough-reforestation structures, drainage ditches and the adjacent managed areas must be taken into account. Detailed planning can only take place once the ongoing baseline surveys have been completed.

The total cost of the measures is estimated at around €200,000. All work is to be planned and carried out in such a way that the bog body and its peripheral areas – as far as possible – need only be accessed by machinery and equipment once. This is intended to ensure that existing habitats and the plant and animal species found there are only affected to the extent that is absolutely necessary.

Kontakt

Felix Lassacher,
Abteilung Umweltschutz Land Tirol
umweltschutz@tirol.gv.at

Pläne und Karten

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