Name des Moors:
Rossmoos
Allgemeines:
BL:Tirol, Bezirk: Reutte, Gemeinde: Ehrwald, Naturraum: Ehrwalder Becken,
Flächengröße: 8 (in ha), Höhenlage:964 m, Grundbesitzer: Agrargemeinschaft Ehrwald-Oberdorf/Privatbesitz]
Moortyp (Hauptmoortypen):
Kalkreiches Niedermoor
FFH-Lebensraumtypen:
Im Bereich der Vorhabenfläche Rossmoos bei Ehrwald erstreckt sich ein besonders hochwertiges Mosaik naturnaher Feuchtlebensräume, das eine Vielzahl schutzwürdiger Biotoptypen umfasst. Hervorzuheben ist insbesondere das großflächige Vorkommen von Übergangs- und Schwingrasenmooren (LRT 7140) im zentralen und südlichen Bereich der Fläche. Diese Lebensräume werden von Kleinseggenrieden sowie lokalen Ausprägungen von Großseggenrieden und Röhrichten begleitet, die vor allem entlang flacher Geländesenken und Gerinne auftreten.
Darüber hinaus sind Birkenmoorwälder (91D0, 91D4) in den nordwestlichen, westlichen und östlichen Randbereichen vertreten, teils als Sukzessionsstadien ehemaliger offener Moorflächen. Weitere bedeutende Lebensräume sind artenreiche Nass- und Pfeifengraswiesen in Übergangsformen, die auf nährstoffarme und extensiv genutzte Standorte hinweisen.
Die Kombination aus moortypischen Offenlandlebensräumen und strukturreichen Moorwäldern ist hinsichtlich Flächenausdehnung und ökologischer Komplexität regional besonders wertvoll. Sie stellt ein prioritäres Ziel für Maßnahmen zur Wiedervernässung und ökologischen Aufwertung dar. Die dargestellten Lebensräume gelten nach aktueller Bewertung als besonders schutzwürdig und zum Teil stark gefährdet, sodass der Erhalt und die Verbesserung der hydrologischen Rahmenbedingungen für die Planung von zentraler Bedeutung sind.
Zudem überschneidet sich der Projektbereich teilweise mit dem ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Ehrwalder Becken“ und liegt innerhalb des Wiesenvogel-Projektgebiets.
© Lassacher
© Lassacher Einbau regulierbarer Spundwände:
Installation in bestehenden flachen Gerinnen, um den Wasserabfluss gezielt zu verzögern und eine Rückstauwirkung zu erzeugen. Eine zentrale Maßnahme zur Erhöhung des Bodenwasserstands ist der gezielte Einbau von regulierbaren Spundwänden in den bestehenden flachen Gerinnen. Diese Methode wurde für die Vorhabenfläche Rossmoos aufgrund der hydrologischen Gegebenheiten – insbesondere der geringen Geländegradienten und der vorhandenen Entwässerungsstruktur – als besonders effektiv eingestuft.
Entfernung hochwüchsiger Fichten:
Ein erheblicher Teil der nördlichen und nordwestlichen Projektfläche ist von dichten bis hochstämmigen Fichtenbeständen geprägt. Diese Nadelgehölze führen zu einer strukturellen Verfestigung des Bodens und reduzieren die natürliche hydrologische Variabilität erheblich. Durch intensive Wasseraufnahme sowie Beschattung des Bodens sinken die Verdunstung und die bodennahe Feuchtigkeit, was der Zielsetzung der Wiedervernässung entgegenwirkt. Besonders im nordwestlichen und nordöstlichen Randbereich zeigt sich der negative Einfluss der Gehölze deutlich auf die Bodenfeuchte. Um die flächige Wasserrückhaltung zu fördern, sieht das Projekt die Entfernung hochwüchsiger Fichten vor – insbesondere solcher mit großem Stammdurchmesser, die aufgrund ihrer Biomasse und Wurzelausdehnung den größten Einfluss auf das Wasserhaushaltsregime haben. Durch die Entnahme dieser Gehölze wird erwartet, dass sich die Bodenstruktur wieder auflockert und eine bessere Durchfeuchtung ermöglicht wird. Gleichzeitig entsteht Raum für die Etablierung typischer Feuchtvegetation, was mittel- bis langfristig zur Stabilisierung des Wasserhaushalts beiträgt.
Gezielte Entbuschung:
In zentralen und zentral-westlichen Bereichen treten zudem Strauch- und Jungwuchsverbuschungen auf, die – blieben sie unberührt – langfristig zur Verlandung führen würden. Daher ist eine gezielte Entbuschung vorgesehen, um den oberflächennahen Wasserstau zu erleichtern und eine freie Ausbreitung des Wassers innerhalb der Fläche zu ermöglichen.
Koordination mit Schutzgebiets- und Wiesenvogelzielen:
Alle Maßnahmen werden so umgesetzt, dass sie im Einklang mit den ökologischen Zielsetzungen des Schutzgebiets und des Wiesenvogel-Projekts stehen.
Die Gesamtkosten werden mit rund 150 000 € angeschätzt.
© Lassacher
© Lassacher Auf der Fläche befindet sich ein aktives Biberrevier, das bei der Projektumsetzung ausdrücklich berücksichtigt wird. Die landschafts- und hydrologieverändernden Aktivitäten des Bibers – insbesondere das Anlegen von Dämmen – werden gezielt in die Projektplanung einbezogen und zur Unterstützung der Projektziele genutzt.
The Rossmoos near Ehrwald is home to a particularly high-quality mosaic of peatland habitats, worthy of protection. Of particular note is the extensive presence of transitional mires and quaking bogs (7140) in the central and southern parts of the site. These habitats are accompanied by small sedge communities, as well as local occurrences of large sedge communities and reed beds, which occur primarily along shallow depressions and channels.
Furthermore, bog woodland (91D0) is present in the north-western, western and eastern peripheral areas, partly as succession stages of former open bog areas. Other significant habitats include species-rich wetland and moor grass meadows (6410) in transitional forms, which indicate nutrient-poor and extensively used sites.
The combination of open-land habitats typical of mires and structurally rich bog woodland is particularly valuable at a regional level in terms of area extent and ecological complexity. It represents a priority target for measures aimed at rewetting and ecological enhancement. According to the current assessment, the habitats shown are considered particularly worthy of protection and, in some cases, highly endangered, meaning that the preservation and improvement of the hydrological conditions are of central importance for planning. Furthermore, the project area overlaps in part with the designated nature reserve ‘Ehrwalder Becken’ and lies within the meadow bird project area.
© Lassacher Installation of adjustable sheet piling:
in existing shallow channels to deliberately slow down water flow and create a backwater effect. A key measure for raising the groundwater level is the targeted installation of adjustable sheet piling in the existing shallow channels. This method was deemed particularly effective for the Rossmoos project area due to the hydrological conditions – in particular the gentle terrain gradients and the existing drainage infrastructure.
Removal of tall spruce trees:
A significant portion of the northern and north-western project area is characterised by dense to tall spruce stands. These conifers lead to structural compaction of the soil and significantly reduce natural hydrological variability. Intensive water uptake and shading of the soil reduce evaporation and soil moisture levels, which runs counter to the objective of rewetting. The negative impact of the trees on soil moisture is particularly evident in the north-western and north-eastern peripheral areas. To promote widespread water retention, the project envisages the removal of tall spruce trees – particularly those with large trunk diameters, which have the greatest influence on the water regime due to their biomass and root spread. By removing these trees, it is expected that the soil structure will become looser again, allowing for better water penetration. At the same time, space will be created for the establishment of typical peatland vegetation, which will contribute to the stabilisation of the water balance in the medium to long term.
Removal of shrubs:
In central and central-western areas, there is also encroachment by shrubs and young trees. The clearance of shrubs is therefore planned to alleviate waterlogging near the surface and allow water to flow freely within the area.
Coordination with protected area and meadow bird objectives:
All measures will be implemented in a manner consistent with the ecological objectives of the protected area and the meadow bird project.
The total cost is estimated at around €150,000.
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