GEIGERBÜHELMOOS
in Tirol

Name des Moors:
Schwemm

Allgemeines:
BL: Tirol, Bezirk: Reutte, Gemeinde: Schattwald, Naturraum: Mittlere und westliche Nordalpen, Flächengröße: 16 ha, Höhenlage: 1060 müA.

Moortyp (Hauptmoortypen):
Moorsee mit angrenzendem Hochmoor und umgebenden Übergangs- und Niedermoor

FFH-Lebensraumtypen:

  • LRT 3150, Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions
  • LRT 6410, Pfeifengraswiesen
  • LRT 7110*, Lebende Hochmoore
  • LRT 7120, Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore
  • LRT 7140, Übergangs- und Schwingrasenmoore
  • LRT 7230, Kalkreiche Niedermoore
  • LRT 91D0*, Moorwälder

Besonderheiten des Moors

Der Moorsee „Floschen“ und das angrenzende Geigenbühelmoos dienen als Refugium für zahlreiche geschützte und gefährdete Pflanzen- und Tierarten und fungiert als wichtiges Trittsteinbiotop in einer sonst landwirtschaftlich geprägten Umgebung. Auch dient der Floschen als Naherholungsgebiet für Einheimische und Touristen.

Geigerbühelmoos© Lassacher

Beeinträchtigungen und Probleme

  1. Trittbelastung sensibler Uferbereiche und Feuchtvegetation durch unkontrollierten Zugang
  2. Nutzung des angrenzenden Fichtenwaldes als „Toilette“ mangels Sanitäranlage
  3. Freilaufende Hunde in ökologisch sensiblen Bereichen
  4. Nährstoffeinträge aus angrenzenden, gedüngten Wirtschaftswiesen mit zu wenig Pufferstreifen
  5. Starker Gehölzaufwuchs im degradierten Hochmoorbereich durch gestörten Wasserhaushalt
  6. Entwässerung durch Grabensysteme und Torstichstrukturen

Ziele

Ziel ist die Wiederherstellung eines ökologisch funktionsfähigen zentralen Hochmoors durch die Stabilisierung des Wasserhaushalts und die Förderung torfbildender Vegetation. Ein weiteres Ziel besteht darin, die bestehenden Entwässerungsgräben (Randgräben) in Abstimmung mit den Erfahrungen aus der bereits teilweise laufenden Bewirtschaftung mit regulierbaren Stauwehren auszustatten. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Bewirtschaftung der angrenzenden, kalkreichen Niedermoorflächen fortgeführt werden kann und durch die Revitalisierungsmaßnahmen im Kernbereich nicht beeinträchtigt wird. Zudem sollen die teilwiese recht hochstämmigen Fichtenbestände – aus der Zeit der Entwässerungsmaßnahmen – entfernt und die verbliebenen Entwässerungsstrukturen (Pflugstrukturen, Torfstichstrukturen) landschaftlich ausgeglichen werden.

Neben den Moor-Revitalisierungsmaßnahmen sollen auch Maßnahmen zur Besucherlenkung sowie Adaptierungen im Bereich der Infrastruktur (außerhalb der Moorfläche) in Angriff genommen werden.

Geigerbühelmoos© Lassacher

Maßnahmen

Die geplanten Einzelmaßnahmen lassen sich in drei Kategorien gliedern:

Besucherlenkung und Umweltbildung
Errichtung einer neuen Infotafel beim Parkplatz mit Informationen zu Lebensraum Moor, sowie Bau eines Holzsteges im Bereich des Überganges Fichtenwald–Niedermoor–Wirtschaftsweg zur schonenden Besucherlenkung.

Infrastruktur und Gestaltungselemente
Kennzeichnung der Parkplätze und Erneuerung des Radständers. Errichtung einer Toilettenanlage um den Müll sowie den Nährstoffeintrag innerhalb des Moorbereiches zu reduzieren.

Revitalisierungsmaßnahmen
Auf Basis der Grundlagenerhebungen (Lebensraumtypen, Hydrologie, Bodenuntersuchungen) sollen ab 2027 Maßnahmen zur Wiedervernässung umgesetzt werden, um den moortypischen Wasserhaushalt des Hochmoores (Latschenhochmoor) wiederherzustellen. Die vorhandenen historischen Torfstichstrukturen und die daraus resultierenden Geländeunterschiede erschweren es jedoch, einen gleichmäßigen Wasserstand knapp unterhalb der Oberfläche zu erzielen.

Um den Wasserstand flächig anzuheben, ohne bereits wertvolle Moorlebensräume zu überstauen, ist eine sorgfältige Planung erforderlich. Dabei müssen insbesondere die bestehenden Entwässerungsgräben sowie die angrenzenden Bewirtschaftungsflächen berücksichtigt werden. Eine Detailplanung kann erst nach Abschluss der laufenden Grundlagenerhebungen erfolgen.

Die Gesamtkosten der Maßnahmen werden auf rund 200.000 € geschätzt. Sämtliche Arbeiten sollen so geplant und ausgeführt werden, dass der Moorkörper und seine Randbereiche – soweit möglich – nur einmal mit Maschinen und Geräten befahren werden müssen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass bestehende Lebensräume sowie die dort vorkommenden Pflanzen- und Tierarten nur im unbedingt notwendigen Ausmaß beeinträchtigt werden.

Geigerbühelmoos© Lassacher

Special features of the moor

The “Floschen” moor lake and the adjacent Geigenbühelmoos serve as a refuge for numerous protected and endangered plant and animal species and act as an important stepping-stone habitat in an otherwise predominantly agricultural environment. Floschen also serves as a local recreation area for locals and tourists.

Geigerbühelmoos© Lassacher

Threats and pressures

  1. Trampling of sensitive riparian areas and wetland vegetation due to uncontrolled access
  2. Use of the adjacent spruce forest as a ‘toilet’ due to a lack of toilet facilities
  3. Dogs running loose in ecologically sensitive areas
  4. Nutrient inputs from adjacent, fertilised agricultural meadows with insufficient buffer strips
  5. Heavy shrub encroachment in the degraded raised bog area due to disrupted water balance
  6. Drainage via ditch systems and peat extraction structures

Objectives

The aim is to restore an ecologically functional central raised bog by stabilising the water balance and promoting peat-forming vegetation. A further objective is to equip the existing drainage ditches with adjustable weirs, drawing on experience from the management measures already partially underway. This is intended to ensure that the management of the adjacent, alkaline fens can continue and is not impaired by the revitalisation measures in the core area. In addition, the spruce stands – some of which are quite tall – dating from the time of the drainage measures are to be removed, and the remaining drainage structures (ploughing structures, peat extraction structures) are to be integrated into the landscape.

In addition to the bog revitalisation measures, one objective ist to manage visitor flows and infrastructure adaptations (outside the bog area).

Conservation Management

The planned measures can be divided into three categories:

Visitor management and environmental education

Installation of a new information board at the car park providing information about the mire habitat, and construction of a wooden walkway in the area where the spruce forest meets the lowland moor and the farm track to guide visitors in an environmentally sensitive manner.

Infrastructure and design elements
Marking of the car parks and replacement of the bicycle rack. Installation of toilet facilities to reduce litter and nutrient input within the mire.

Restoration measures
Based on the baseline surveys (habitat types, hydrology, soil analyses), rewetting measures are to be implemented from 2027 onwards in order to restore the water balance typical of the raised bog (mountain pine bog). However, the existing historical peat extraction structures and the resulting variations in terrain make it difficult to achieve a uniform water level just below the surface.

Careful planning is required to raise the water level across the site without flooding valuable existing bog habitats. In particular, the existing drainage ditches and the adjacent managed areas have to be taken into account. Detailed planning can only take place once the ongoing baseline surveys have been completed.

The total cost of the measures is estimated at around €200,000. All work is to be planned and carried out in such a way that the bog body and its peripheral areas – as far as possible – need only be accessed by machinery and equipment once. This is intended to ensure that existing habitats and the plant and animal species found there are only affected to the extent that is absolutely necessary.

Kontakt

Felix Lassacher,
Abteilung Umweltschutz Land Tirol
umweltschutz@tirol.gv.at

Pläne und Karten

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