IBMER MOOR
in Oberösterreich

Name des Moors:
Ibmer Moor

Allgemeines:
BL: Oberösterreich, Bezirk: Braunau am Inn, Gemeinden: Moosdorf, Eggelsberg und Franking, Raumeinheit: Südinnviertler Seengebiet
(https://www.land-oberoesterreich.gv.at/65072.htm), Flächengröße: 753 ha, Höhenlage: 430 müA, Grundbesitzer: Privatbesitz und öffentlicher Besitz

Moortyp (Hauptmoortypen):
Hochmoor- und Übergangsmoorkomplex, der sich vor tausenden Jahren über einem Verlandungs- und Versumpfungsmooor gebildet hat

FFH-Lebensraumtypen:

  1. LRT 6410, Pfeifengraswiesen
  2. LRT 7110*, Lebende Hochmoore
  3. LRT 7120, Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore
  4. LRT 7140, Übergangs- und Schwingrasenmoore
  5. LRT 7210*, Kalkreiche Sümpfe mit Cladium mariscus und Arten des Caricion davallianae
  6. LRT 7230, Kalkreiche Niedermoore
  7. LRT 91D0*, Moorwälder

Besonderheiten des Moors

Das Ibmer Moor ist sowohl aus vegetationsökologischer als auch aus faunistischer Sicht von herausragender und internationaler Bedeutung. Es ist Teil des Europaschutzgebietes „Wiesengebiete und Seen im Alpenvorland“ (AT3123000) und enthält mehrere verschiedene Schutzgebiete unterschiedlicher Schutzgebietskategorien. Das Gebiet wird durch eine Straße in einen östlichen und einen westlichen Teil getrennt. Östlich der Straße Ibm – Hackenbuch befinden sich die Naturschutzgebiete „Seeleithensee und angrenzende Streuwiesen“ und „Pfeiferanger“. Zudem liegt in diesem Teil des Ibmer Moor Komplexes das Vogelschutzgebiet „Pfeiferanger“ (AT3103000). Westlich der Straße Ibm – Hackenbuch liegt das Naturschutzgebiet „Frankinger Moos“ und das Vogelschutzgebiet „Frankinger Moos“ (AT3102000). Im nördlichen Teil des Ibmer Moor Komplexes liegt zudem das Naturschutzgebiet „Heratingersee in Eggelsberg“.
Das Ibmer Moor ist Teil des ursprünglich rund 20 km² großen Ibmer-Moor-Weidmoos-Bürmoos-Komplexes, der sich über die Bundesländer Salzburg und Oberösterreich erstreckt. Es ist mit knapp 753 ha der größte zusammenhängende Moorkomplex in Österreich. Hier findet man 2 Seen (Seeleithensee und Heratingersee) mit intakten Verlandungszonen, ausgedehnte Nieder- und Übergangsmoorflächen, lebende und renaturierungsfähige Hochmoorbereiche und Moorwälder. Es gilt trotz der bereits im frühen 19. Jahrhundert einsetzenden, anthropogenen Veränderungen als eines der vielfältigsten und artenreichsten Moore Mitteleuropas. Der vor etwa 12.000 Jahren sowohl aus Verlandungs- als auch aus Versumpfungsprozessen hervorgegangene Moorkörper weist unterschiedliche Mächtigkeiten (von bis zu 7 m) auf. Seit dem Ende des großflächigen Torfabbaus befindet sich das Moor in einer Sukzession, die durch die Zunahme von Gehölzen gekennzeichnet ist. Teile wurden aufgeforstet, andere, zum Teil sehr artenreiche Torfstiche wachsen zu Ungunsten der Offentorfpioniere zu. Aufgrund des Charakters einer Torfabbaufolgelandschaft finden sich im Gesamtgebiet äußerst heterogene Feuchtigkeitsgradienten. Dies macht eine einheitliche Wiedervernässung schwieriger, es ergeben sich aber dadurch auch vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Heute gliedert sich der Moorkomplex grob in 3 Bereiche:

 
• Östlich der Straße Ibm – Hackenbuch befindet sich der Seeleithensee mit gut ausgeprägten Verlandungszonen, angrenzenden Niedermoorflächen und Pfeifengraswiesen. Südlich davon liegen die weitgehend unberührten, ausgedehnten Schwingrasen- und Zwischenmoorflächen des Pfeiferangers, der auch einen renaturierungsfähigen Hochmoorrest beinhaltet. Weiter südlich schließen die verwachsenen, zum Teil wiedervernässten ehemaligen Torfabbauflächen des „Ewigkeitsfilzes“ mit einer Restfläche des ursprünglichen Latschen-Hochmoores an. Im östlichen Teil des Ibmer Moors findet man zahlreiche botanische Besonderheiten, wie z B. Schneidried (Cladium mariscus), Weißes und Braunes Schnabelried (Rhynchospora alba und R. fusca), Braun-Knopfried (Schoenus ferrugineus), Mehlprimel (Primula farinosa), zahlreiche Orchideenarten wie z.B. mehrere Dactylorhiza-Arten, Händelwurz (Gymnadenia conopea), oder die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia), seltene Sauergräser (Carex limosa, C. dioica, C. chordorrhiza), Sonnentau (Drosera intermedia und D. rotundifolia) sowie eine breite Palette an Sphagnum-Moosen. Hier werden aber auch u.a. Bekassine (Gallinago gallinago), Brachvogel (Numenius arquatus) und Wiesenpieper (Anthus pratensis) als regelmäßige Brutvögel beobachtet. Der Seeleithensee gilt darüber hinaus als Lebensraum und Rastplatz für zahlreiche Wasservögel, u.a. von Krickente (Anas crecca), Wasserralle (Rallus aquaticus), Rohrweihe (Circus aeruginosus) und Graugans (Anser anser).

 
• Im Westen des Ibmer Moors beherbergt das Frankinger Moos teils intakte, teils renaturierungsfähige Hochmoorflächen, Torfmoorschlenken und ausgedehnte Moor- und Moorrandwälder, ebenfalls mit botanischen Besonderheiten wie z. B. das empfindliche Lebermoos (Cephalozia macrostachya). Als seltener Brutvogel wurde hier z. B. der Baumpieper (Anthus trivialis) nachgewiesen.

 
• Der mittig liegende, zentrale Bereich wird begrenzt vom Heratinger See im Norden und der Ortschaft Hackenbuch im Süden. Hier findet man zum Teil stark veränderte Feuchtflächen, die als Wiesen und Weideflächen landwirtschaftlich genutzt werden und über Gräben und Drainagen entwässert werden. Die bewirtschafteten Feuchtwiesen sind Lebensraum u.a. für den Hellen und den Dunklen Ameisenbläuling (Maculinea teleius, Maculinea nausithous).

Ibmer Moor© Brands Michael

Beeinträchtigungen und Probleme

  1. Entwässerung
  2. Torfabbau
  3. Nährstoffeintrag aus umgebender Nutzung

In der Vergangenheit wurde das Moor im Rahmen des (händischen) Torfabbaus bzw. für land- und forstwirtschaftliche Zwecke in großen Teilen entwässert und abgetorft. Ein umfassendes Netzwerk aus Gräben und Kanälen entwässert das Moorgebiet. Aus dem landwirtschaftlichen Umfeld kommt es zudem zu Nährstoffeinträgen. Der Zentralteil ist durch eine Straße erschlossen, wodurch es hier zu einer Intensivierung der Nutzung gekommen ist.

Ibmer Moor© Brands Michael

Special features of the moor

The Ibmer Moor is of outstanding importance at an international level, from both a vegetation ecology and a faunal perspective. It is part of the European protected area “Meadows and Lakes in the Alpine Foothills” (AT3123000) and includes several different protected areas of various categories. The area is divided by a road into an eastern and a western part. East of the Ibm–Hackenbuch road lie the nature reserves “Seeleithensee and Adjacent Hay Meadows” and “Pfeiferanger.” Additionally, the “Pfeiferanger” bird sanctuary (AT3103000) is located in this part of the Ibmer Moor complex. West of the Ibm–Hackenbuch road lies the nature reserve “Frankinger Moos” and the bird sanctuary “Frankinger Moos” (AT3102000). The northern part of the Ibmer Moor complex also includes the nature reserve “Heratingersee in Eggelsberg.”
The Ibmer Moor is part of the Ibmer Moor–Weidmoos–Bürmoos-mire, which originally covered an area of around 20 km² and stretches across the provinces of Salzburg and Upper Austria. Covering just under 753 ha, the Ibmer Moor is the largest contiguous mire in Austria. It is home to two lakes (Seeleithensee and Heratingersee) with intact siltation zones, extensive fens and transition mires, active raised bogs, degraded raised bogs and bog woodland. Despite anthropogenic changes that began as early as the 19th century, it is considered one of the most diverse and species-rich mires in Central Europe. The mire, which emerged around 12,000 years ago as a result of both siltation and swamping processes, varies in thickness (up to 7 m). Since the end of large-scale peat extraction, the bog has been undergoing succession, characterised by an increase in woody vegetation. Some parts have been afforested, whilst others – including some very species-rich peat pits – are becoming overgrown, to the detriment of the open-peat pioneers. The landscape formed by peat extraction shows extremely varied moisture gradients across the entire area. Whilst this makes uniform rewetting more difficult, it also opens up a wide range of development possibilities. Today, the Ibmer Moor is broadly divided into three areas:
• To the east of the Ibm–Hackenbuch road lies Lake Seeleithen with well-defined siltation zones, adjacent fens and Molinia meadows, and to the south lie the largely untouched, extensive quaking bogs and transition mires of the Pfeiferanger, which also contains a remnant of raised bog suitable for restoration. Further south, the overgrown, partly rewetted former peat extraction areas of the “Ewigkeitsfilz” adjoin a remnant of the original mountain pine raised bog. In the eastern part of the Ibmer Moor one can find numerous botanical features of great value, such as Cladium mariscus, Rhynchospora alba, Rhynchospora fusca, Schoenus ferrugineus, Primula farinose, numerous orchid species such as several Dactylorhiza species, Gymnadenia conopsea, Platanthera bifolia, Carex limosa, C. dioica, C. chordorrhiza, Drosera intermedia, Drosera rotundifolia as well as a wide range of Sphagnum mosses. However, snipe (Gallinago gallinago), curlew (Numenius arquatus) and meadow pipit (Anthus pratensis) are also regularly observed here as breeding birds. Seeleithensee is also regarded as a habitat and resting place for numerous waterbirds, including the common teal (Anas crecca), the water rail (Rallus aquaticus), the marsh harrier (Circus aeruginosus) and the greylag goose (Anser answer).
• In the western part of the Ibmer Moor, the Frankinger Moos contains areas of active and degraded raised bogs, depressions on peat substrates of the Rhynchosporion and extensive bog woodland, which also feature botanical rarities such as the sensitive liverwort Cephalozia macrostachya. The tree pipit (Anthus trivialis), for example, has been recorded here as a rare breeding bird.
• The central area is bounded by Lake Heratinger to the north and the village of Hackenbuch to the south. Here, one finds wetlands that have been significantly altered in some areas. These are used agriculturally as meadows and pastures and are drained via ditches and drainage systems. The managed wet meadows serve as habitat for species such as the large and small blue butterflies (Maculinea teleius, Maculinea nausithous).

Ibmer Moor© Brands Michael

Threats and pressures

  1. Drainage
  2. Peat extraction
  3. Nutrient input from surrounding land use

In the past, large parts of the mire were drained and stripped of peat as part of (manual) peat extraction or for agricultural and forestry purposes. An extensive network of ditches and canals drains this mire. Nutrient inputs occur from the surrounding agricultural areas. The central part is accessed by a road, which has led to an intensification of land use in this area.

Kontakt

Abteilung Naturschutz,
Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
E-Mail: n.post@ooe.gv.at

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