BRUCKANGERLAU
in Oberösterreich

Name des Moors:
Bruckangerlau – Moor beim Dastl

Allgemeines:
BL: Oberösterreich, Bezirk: Freistadt, Gemeinde: St. Oswald bei Freistadt, Raumeinheit: Freiwald und Weinsberger Wald (https://www.land-oberoesterreich.gv.at/62156.htm ), Flächengröße: 6,57 ha, Höhenlage: 845 müA, Grundbesitzer: öffentlicher Besitz

Moortyp (Hauptmoortypen):
Die Bruckangerlau ist ein Hochmoor in einer Senke, das stark von Entwässerung geprägt ist.

FFH-Lebensraumtypen:

  1. 91D0* Moorwälder

Besonderheiten des Moors

In der Bruckangerlau findet man ganz besondere Pflanzenarten:

  • Die Drachenwurz (Calla palustris), die in Österreich regional vom Aussterben bedroht ist.
  • Der Sumpfporst (Rhododendron tomentosum), der in Österreich auf das Gebiet der Böhmischen Massen beschränkt und stark gefährdet ist.
  • Die Zweihäusige Krähenbeere (Empetrum nigrum), die in Obersterreich nur in diesem Moor vorkommt.
Bruckangerlau© Land OÖ

Beeinträchtigungen und Probleme

  1. Starke Entwässerung: Mehrere Gräben leiten das Wasser aus der Fläche ab. Die zunehmende Austrocknung führt zu einer Verdrängung der Hochmoorvegetation und zu massiven Veränderungen der Moorwaldbereiche
  2. Im Nordteil quert ein Forstweg das Moor, der den Nordrand hydrologisch isoliert.
  3. Aufkommen des Faulbaumes (Rhamnus frangula): Aufgrund der Entwässerung des Hochmoores konnte sich der Faulbaum in Teilbereichen massiv ausbreiten.
  4. Vererdung des Torfkörpers: Durch die starke Entwässerung ist der Torfkörper im oberflächennahen Bereich großflächig ausgetrocknet und bereits stark vererdet und dementsprechend nährstoffreicher. Würden die Entwässerungsgräben einfach verschlossen, bliebe das Wasser zwar wieder im Moor, jedoch würden die im zersetzten Torf freigesetzten Nährstoffe zu einer regelrechten „Nährstoffexplosion“ führen. Dieser Nährstoffeintrag könnte die Biodiversität nachhaltig verändern.

Ziele

Durch die Umsetzungsmaßnahmen soll sich einerseits der Erhaltungszustand des prioritären FFH-Lebensraumtyps 91D0*, Moorwälder verbessern und andererseits soll sich langfristig auch die Fläche dieses Schutzgutes vergrößern. Die hydrologische Sanierung soll auch das potenzielle Habitat des Sumpfporstes und der Schwarzen Krähenbeere sichern und nach Möglichkeit erweitern. Durch den Abtrag des zersetzten Torfs kann das Lebensraumspektrum erweitert werden, während gleichzeitig ein nasser, naturnaher Hochmoorrand entwickelt wird.

Bruckangerlau© Land OÖ

Maßnahmen

Im Rahmen der Revitalisierung der Bruckangerlau steht die hydrologische Sanierung des Hochmoores im Vordergrund. Insgesamt 6 Entwässerungsgräben sind mit 49 Spundwänden und Schaltafeln zu verschließen. Der zersetzte Torf ist teilweise zu entfernen. Im Norden und im Südosten wird so die Entwicklung eines sekundären Randsumpfes an den Moorrändern angestrebt. Der Querweg im Norden, der aktuell eine hydrologische Barrierewirkung hat, wird entfernt. In weiten Teilbereichen des Gebietes hat sich der Faulbaum infolge der Entwässerung stark ausgebreitet. Für eine erfolgreiche Revitalisierung ist es daher notwendig, diese Art bereits vor Beginn der Maßnahmen gezielt zu bekämpfen. Da sich die Kontrolle des Faulbaums oft als anspruchsvoll erweist, werden verschiedene Bekämpfungsmethoden erprobt. Auf diese Weise soll langfristig ermittelt werden, welche Vorgehensweise am effizientesten und zugleich wirtschaftlich am sinnvollsten ist.

Bruckangerlau© Land OÖ

Special features of the moor

The Bruckangerlau is a raised bog in a depression that is heavily affected by drainage. The restoration is intended to increase the area of the priority FFH habitat type 91D0* “bog woodland” and improve its conservation status in the long term. The hydrological restoration is intended to secure and, if possible, expand the potential habitat of the marsh tea (Rhododendron tomentosum) and black crowberry (Empetrum nigrum). The removal of decomposed peat should help to expand the habitat spectrum. At the same time, a wet, near-natural raised bog edge is to be developed. The hydrological restoration of the raised bog is at the forefront of the restoration work. A total of six drainage ditches are to be closed with 49 sheet pile walls and formwork panels. The decomposed peat is to be removed. In the north and southeast, the aim is to develop a secondary marsh at the edges of the bog. The path in the northern part of the Bruckangerlau, which currently acts as a hydrological barrier, will be removed. Alder buckthorn (Frangula alnus) has spread extensively in large parts of the area due to drainage. For the successful restoration of the area, it is necessary to combat this species before work begins. As the combat against this species is rather difficult, various methods of control are being tested to determine which will be most effective in the long term.

Bruckangerlau© Land OÖ

Kontakt

Abteilung Naturschutz, Amt der Oberösterreichischen Landesregierung

E-Mail: n.post@ooe.gv.at

Pläne und Karten

Skip to content