Name der Region:
Waldviertler Moore
Allgemeines:
BL: Niederösterreich, Naturraum: Waldviertel/Böhmische Masse, Flächengröße: ca. 34 ha
Moortyp (Hauptmoortypen):
Hochmoor
FFH-Lebensraumtypen:
Die Moore im Waldviertel gehören zu den ökologisch bedeutendsten Landschaftsformen Österreichs. Sie entstanden über Jahrtausende, sind stille Zeugen einer naturgeprägten Vergangenheit und gleichzeitig hochsensible Ökosysteme, die heute mehr denn je unter Schutz stehen. Gleichzeitig bieten sie seltenen und hochspezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsort, den sie in der intensiv genutzten Kulturlandschaft kaum noch finden.
Moore erfüllen vielfältige und lebenswichtige Funktionen im Naturhaushalt: Sie speichern große Mengen an Wasser, wirken ausgleichend auf das lokale Klima und sind wahre Kohlenstoffsenken, die langfristig CO₂ binden. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz.
Vor allem im nordwestlichen Waldviertel haben sich durch das kühle Klima, den hohen Grundwasserspiegel und die geologische Beschaffenheit besonders charakteristische Moorlandschaften erhalten. Viele dieser Moore stehen heute unter Naturschutz oder sind Teil von Renaturierungsprojekten, um ihren ökologischen Wert dauerhaft zu sichern. Denn sie sind nicht nur Rückzugsräume für bedrohte Arten, wie die Zwergbirke oder der Rundblättrige Sonnentau, sondern auch wertvolle Archive der Naturgeschichte.
Im Zuge von LIFE AMooRe sollen in Niederösterreich Moore mit einer Flächengröße von ca. 34 ha revitalisiert werden. Die Flächen liegen im Europaschutzgebiets (FFH-Gebiet) „Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft“ (AT1201A00), das für seine wassergebundenen Ökosysteme – Moore, Teiche, Fließgewässer – sowie nährstoffarme Grünlandlebensräume bekannt ist.
Die Moore sind stark von Moorwäldern geprägt, vor allem vom Latschen-Moorwald mit der typischen Moor-Spirke, daneben kommen auch Rotföhren- und Fichten-Moorwälder vor. Randlich finden sich Übergangsmoore als Zwischenstufe von Nieder- zu Hochmoor. Offene Hochmoorflächen sind selten geworden, da alle Teilmoore entwässert wurden und nun großteils bewaldet sind. Schlenken – flache, nasse Vertiefungen – sind nur noch vereinzelt erhalten.
Ein zentrales Ziel ist die Wiedervernässung durch das Schließen alter Gräben, um den Moorwasserspiegel anzuheben, den sekundären Moorwald zurückzudrängen und gefährdete Moorarten wie Torfmoos, Moosbeere, Rosmarinheide und Siebenstern zu erhalten.
Die ausgewählten Gebiete zählen zu den bedeutendsten Vorkommen der Lebensraumtypen Lebende Hochmoore (LRT 7110*), Degradierte, renaturierungsfähige Hochmoore (LRT 7120) und Moorwälder (LRT 91D0*) in Niederösterreich. Diese kontinental geprägten Moore unterscheiden sich deutlich von jenen des Alpenraums – über 90 % ihrer landesweiten Vorkommen liegen im genannten Europaschutzgebiet.
© Schröck Durch Entwässerung, Torfabbau, landwirtschaftliche Nutzung und den Klimawandel verlieren einige der Waldviertler Moore immer mehr an Fläche und Qualität. Das führt nicht nur zum Verlust wertvoller Biodiversität, sondern auch zur Freisetzung von gespeicherten Treibhausgasen, was den Klimawandel zusätzlich beschleunigt.
Die naturschutzfachlichen Ziele degradierter Moore bestehen darin, deren natürliche Funktionen und Lebensräume durch Wiedervernässung und Renaturierung wiederherzustellen, um den Verlust an Biodiversität zu stoppen und den Beitrag zum Klimaschutz zu sichern. Nur durch gezielte Maßnahmen und nachhaltiges Handeln können wir die Zukunft der Waldviertler Moore sichern – für die Natur, das Klima und kommende Generationen.
Der Schutz und die Pflege dieser einzigartigen Lebensräume erfordern ein sensibles Gleichgewicht zwischen Zugänglichkeit und Erhaltung. Ziel ist es, die Moore in ihrer natürlichen Dynamik zu bewahren und gleichzeitig das Bewusstsein für ihre Bedeutung zu stärken. Nur so können sie auch für kommende Generationen als intakte Ökosysteme erhalten bleiben.
© Schröck Der Erwerb der Nutzungsrechte sowie die Ausweisung zum Naturschutzgebiet werden sichergestellt. Die Wiedervernässung erfolgt beispielsweise durch den Bau von Spundwänden. Zur Wiederherstellung moortypischer Lebensraumtypen wird standortfremde Vegetation entfernt, um optimale Bedingungen für die heimische Flora und Fauna zu schaffen.
© Schröck The bogs in the Waldviertel-region are among the most ecologically significant landscapes in Austria. Formed over thousands of years, they are highly sensitive ecosystems that are now more than ever in need of protection. They also provide a refuge for rare and highly specialised animal and plant species, which can scarcely be found in the intensively farmed landscape.
Bogs fulfil diverse and vital functions in the natural balance: they store large quantities of water, have a stabilising effect on the local climate and act as true carbon sinks in the long term. In doing so, they make a decisive contribution to climate protection.
Particularly in the north-western Waldviertel, the cool climate, high water table and geological conditions have preserved characteristic bog landscapes. Many of these bogs are now protected or form part of restoration projects with the aim to secure their ecological value in the long term. This is because they are not only refuges for endangered species, such as the dwarf birch or the round-leaved sundew, but also valuable archives of natural history.
As part of LIFE AMooRe, approximately 34 ha of raised bogs, degraded raised bogs and bog woodland in Lower Austria are to be revitalised. The areas are situated within the European protected area (FFH site) ‘Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft’ (AT1201A00), which is known for its water-bound ecosystems as well as nutrient-poor grassland habitats.
The bogs are strongly characterised by bog woodland, particularly mountain pine bog woods with the typical bog pine; scots pine bog woods and mire spruce woods are also present. At the edges, transition mires serve as an intermediate stage between fens and raised bogs. Open raised bog areas have become rare, as all the individual bogs have been drained and are now largely forested. Depressions on peat substrates of the Rhynchosporion are now only preserved in isolated pockets.
A key objective is rewetting through the filling of old ditches to raise the water table in the bogs, push back the secondary mire forests and conserve endangered species of raised bogs such as sphagnum moss, cranberry, rosemary heath and arctic starflower.
The selected areas are among the most significant sites for Active raised bogs (code 7110*), Degraded raised bogs still capable of natural regeneration (code 7120) and Bog woodland (code 91D0*) in Lower Austria. These continental-type bogs differ significantly from those in the Alpine region – over 90 % of their population across the province is located within the aforementioned European protected area.
© Schröck Due to drainage, peat extraction, agricultural use and climate change, some of the bogs in the Waldviertel region are steadily losing both area and quality. This not only leads to the loss of valuable biodiversity, but also to the release of stored greenhouse gases, which further accelerates climate change.
The conservation objectives for degraded bogs are to restore their natural functions and habitats through rewetting and restoration, in order to halt the loss of biodiversity and safeguard their contribution to climate protection. Through targeted measures and sustainable action we can protect the Waldviertel bogs – for nature, the climate and future generations.
The protection and management of these unique habitats require a delicate balance between accessibility and conservation. The aim is to preserve the bogs in their natural state whilst raising awareness of their importance. Only in this way can they be preserved as intact ecosystems for future generations.
The protection of these unique habitats requires a delicate balance between accessibility and conservation. The aim is to preserve the natural dynamics of the bogs whilst raising awareness of their importance. In this way they can be preserved as intact ecosystems for future generations.
The acquisition of usage rights and the designation of the area as a nature reserve will be ensured. Wetland restoration will be carried out, for example, by constructing sheet pile walls. To restore habitat types typical of the bogs, non-native vegetation will be removed in order to create optimal conditions for the native flora and fauna.
Amt der NÖ Landesregierung
Gruppe Raumordnung, Umwelt und Verkehr
Abteilung Naturschutz
Telefon: +43 (0)2742 / 9005 – 15237
Fax: +43 (0)2742 / 9005 – 15220
E-Mail an: post.ru5@noel.gv.at
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