© Christian Schröck

Dürrejahr 2026: Wenn selbst die nassesten Stellen im Moor unter Trockenstress geraten

Torfmoose gelten als Spezialisten für nasse Standorte. Doch aktuelle Beobachtungen aus österreichischen Mooren zeigen Stressreaktionen inzwischen auch dort, wo Wasser bisher verlässlich verfügbar war. Christian Schröck, fachlicher Leiter von LIFE AMooRe, ordnet ein, was das für den Moorschutz bedeutet.

Seit mehr als 30 Jahren ist Christian Schröck in österreichischen Mooren unterwegs. Trockene Sommer hat er dabei viele erlebt. Neu ist, dass sich die Ausnahmesituationen häufen und einzelne Moore Schwellen erreichen, jenseits derer eine Wiederherstellung deutlich schwieriger wird.

Sichtbar wird das inzwischen auch an Stellen, die bisher verlässlich nass waren. Bei Sphagnum fallax, einem Torfmoos, das üblicherweise unmittelbar am Wasser wächst, zeigen sich dunkelbraune, stark gestresste Köpfchen, während darunter grüne und regenerationsfähige Bereiche erhalten bleiben.

An solche Bedingungen sind Torfmoose grundsätzlich angepasst, allerdings mit sehr unterschiedlichen Strategien. Bultbildende Arten ziehen Wasser über ihre dichte, eng verwobene Wuchsform kapillar weit über den Moorwasserspiegel. Wassernahe Arten wachsen schneller und setzen stärker auf physiologische Toleranz und Regeneration. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie tief der Wasserstand absolut liegt, sondern wie stark und wie schnell er vom gewohnten Zustand abweicht. Ein Torfmoos, das wenige Zentimeter über dem Wasser wächst, kann dadurch unter erheblichen Stress geraten, während ein Bultmoos daneben mit weit größerer Distanz zum Wasserspiegel seit jeher zurechtkommt.

Die Moorstrategie Österreich 2030+ beschreibt diese Entwicklung deutlich: Der Klimawandel verstärkt besonders durch ausgeprägte Trockenperioden die ohnehin erheblichen Beeinträchtigungen des Wasserhaushalts. Das klimabedingte Risiko nimmt für alle Moortypen zu, Hochmoore gelten als besonders gefährdet und sollten möglichst rasch wiedervernässt werden.

Offen bleibt, wie oft Torfmoose den Wechsel aus Austrocknung und Regeneration verkraften und was geschieht, wenn die nächste Trockenperiode einsetzt, bevor sich ein Bestand erholt hat. Auf diese Fragen gibt es bislang keine vollständigen Antworten. LIFE AMooRe arbeitet bis 2033 daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Moore ihre Fähigkeit zur Selbstregeneration behalten.

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