Wenn Moose zum Frühwarnsystem werden
Wer wissen will, wie es einem Moor wirklich geht, sollte auf seine Moose schauen. Diese unscheinbaren Pflanzen besitzen keine Wurzeln und nehmen Wasser sowie Nährstoffe direkt über ihre Oberfläche auf. Sie reagieren damit unmittelbar auf Veränderungen im Wasserhaushalt, auf Nährstoffeinträge und auf klimatische Verschiebungen. Kaum eine andere Organismengruppe zeigt hydrologische Veränderungen so früh und so zuverlässig an. Die Zusammensetzung der Moosflora kann deshalb viel über den Zustand eines Moores aussagen und über Entwicklungen, die sich im Ökosystem bereits ankündigen, bevor andere Indikatoren reagieren.
In der Moorforschung und im Naturschutz sind Moose deshalb entscheidend. Auch im Rahmen von LIFE AMooRe spielen sie eine zentrale Rolle, insbesondere beim Aufbau eines österreichweiten Langzeitmonitorings. Veränderungen in der Moosflora liefern frühzeitig Hinweise auf hydrologische Verschiebungen, Nährstoffeinträge oder andere Umweltveränderungen und helfen so, Entwicklungen in Moorökosystemen langfristig besser zu verstehen.
Bild 1: Drepanocladus trifarius; Bild 2: Lebermoose
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© Schröck Wissenschaftliche Grundlage und Praxis
Für diese Arbeit braucht es verlässliche Bestimmungsliteratur, denn Moose sind nicht nur ökologisch sensibel, sondern auch taxonomisch anspruchsvoll. Mit der Moosflora von Österreich liegt nun ein solches Referenzwerk vor. In fünfjähriger Zusammenarbeit haben führende österreichische Mooskundler:innen dieses umfassende Werk erarbeitet.
Einer der Autoren ist Christian Schröck, fachlicher Leiter von LIFE AMooRe. Das ist kein Zufall. Es zeigt, dass die wissenschaftliche Kompetenz, die das Projekt trägt, nicht erst im Projektbüro beginnt. Sie reicht bis in die Grundlagenforschung, auf der Moorschutz in Österreich langfristig aufgebaut werden muss. Die Moosflora von Österreich ist damit nicht nur ein Meilenstein für die Wissenschaft, sondern auch ein Beleg für die fachliche Tiefe, mit der LIFE AMooRe seinen Auftrag versteht. Und eine Investition in die nächste Generation von Forschenden, die unsere Moore untersuchen, verstehen und schützen werden.
Bestellungen unter: Moosflora von Österreich Teil 1 – 3
© Berg